Dankbarkeit – das kleine große Wundermittel des Alltags

Gastbeitrag von Gabi Preßlinger-Bukovica, Volunteer

Danke an Dr. Jan Miro Lubecki von der Yippie Community, der uns diesen Text zur Verfügung gestellt hat.

Am 21.9. ist Welttag der Dankbarkeit.

Dankbarkeit klingt auf den ersten Blick fast zu einfach, um wichtig zu sein. Ein bisschen „Danke“ sagen, nett lächeln, vielleicht abends drei gute Dinge aufschreiben – und das soll unser Wohlbefinden verbessern?

Die Forschung zeigt: Genau so ist es  

In der Positiven Psychologie gilt Dankbarkeit als eine der stärksten und am besten untersuchten Ressourcen für psychisches Wohlbefinden. Martin Seligman, einer der Begründer der Positiven Psychologie, hat gezeigt, dass Menschen, die regelmäßig Dankbarkeit praktizieren, mehr positive Emotionen erleben, resilienter sind und ihre Beziehungen als erfüllender wahrnehmen. Robert Emmons, einer der führenden Dankbarkeitsforscher, konnte in seinen Studien belegen: Wer bewusst wahrnimmt, was gut ist, schläft besser, ist optimistischer und sogar körperlich gesünder. Auch immer mehr Ärzte erkennen, wie wichtig Dankbarkeit ist.¹

Warum? Weil Dankbarkeit unseren Fokus verschiebt. Das Gehirn hat von Natur aus einen „Negativity Bias“ – evolutionär sinnvoll, denn wer den Säbelzahntiger übersah, hatte ein Problem. Heute sind es eher Rechnungen, Stau oder vielleicht ein „Könnten wir kurz sprechen?“. Auch darauf reagiert unser Nervensystem oft, als stünde der Tiger schon im Wohn- oder Arbeitszimmer. Dankbarkeit wirkt hier wie ein Gegengewicht. Sie trainiert unseren Blick für das, was funktioniert: Gesundheit, Beziehungen, ein gutes Gespräch, ein sonniger Morgen, ein Kaffee, der ausnahmsweise genauso schmeckt wie er riecht.

In der Positiven Psychologie spielt Dankbarkeit eine Schlüsselrolle. Sie nährt positive Emotionen, vertieft Beziehungen, stärkt Sinnempfinden und unterstützt Vitalität. Denn Vitalität bedeutet nicht nur körperliche Energie. Vitalität steht auch für das Gefühl: Das Leben ist grundsätzlich gut.

Und genau hier ist Dankbarkeit zentral. Wer dankbar lebt, erlebt die Welt nicht als Mangelverwaltung, sondern als Geschenk mit gelegentlichen Bedienungsfehlern. Dankbarkeit heißt nicht, Probleme zu verleugnen. Sie heißt, trotz Problemen das Gute nicht zu übersehen.

Einfache tägliche Übung mit großer Wirkung

  • Sich am Abend nicht nur erinnern, was heute schwierig war.
  • Sondern sich auch fragen: Wofür kann ich heute dankbar sein?

Manchmal ist die Antwort groß – Gesundheit, Liebe, Frieden. Manchmal klein – der perfekte Espresso oder dass die Hose nach dem Waschen immer noch passt. Beides zählt.

Um vital zu bleiben, brauchen wir nicht nur Nahrung, Schlaf und Bewegung. Wir brauchen auch die innere Überzeugung, dass das Leben lebenswert ist – und dass es jeden Tag Gründe gibt, dafür dankbar zu sein.

Oder, um es mit einem Augenzwinkern zu sagen: Dankbarkeit macht das Leben nicht perfekt – aber sie macht selbst den Montag etwas weniger montagig 😉


¹ https://www.medscape.com/viewarticle/why-gratitude-good-medicine-2026a1000axg?ecd=wnl_edit_tpal_etid8294681&uac=364011BN&impID=8294681

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