Danke, Martin, für deinen Beitrag.
Wie können zwei Comic-Bärchen unsere Resilienz stärken? In seinem inspirierenden Gastbeitrag teilt Action for Happiness Volunteer Martin (52) eine wunderbare Erkenntnis aus seinem logisch-rationalen Alltag: Die bewusste Gestaltung unseres Social-Media-Feeds ist ein Akt der Selbstwirksamkeit. Ein einfaches Lächeln setzt Serotonin frei und schützt uns vor Stress. Lies jetzt, wie kleine Mosaiksteine im Alltag unsere psychische Widerstandskraft stärken!
Hallo, ich bin Martin, 52 Jahre alt. Beruflich bin ich seit vielen Jahren unterwegs in einer Welt aus Logik, Regulatorik und zähen Abstimmungsrunden. Wenig Raum für Kindliches.
Und doch: In meinem Social-Feed tauchen regelmäßig zwei kleine Bärchen auf – Milk und Mocha.
Warum ausgerechnet die? Ganz einfach: Sie bringen mich zum Lächeln. Jedes Mal. Die Comics erzählen von Zusammenhalt, von Unterschieden, die nicht trennen, sondern
verbinden, und davon, dass man auch schwere Tage gemeinsam durchsteht. Keine Aufregung, kein großes Drama – nur zwei Bärchen, die füreinander da sind. Manche mögen sich fragen, ob ich nicht „zu alt“ für so etwas bin. Wieso ich so etwas Kindisches so intensiv verfolge. Die Antwort: Ich habe mich bewusst dafür entschieden, diesen Comics in meinem Feed Raum zu geben. Und genau darin liegt der Punkt: bewusst. Und zwar um den exakten Gegenpol zu meinem kognitiven Alltag zu haben.
Wer über Resilienz spricht, landet früher oder später beim Konzept der Selbstwirksamkeit – der Erfahrung, dass das eigene Handeln etwas bewirkt. Meist denken wir dabei an große Dinge: ein Projekt stemmen, eine Krise meistern. Resilienz und Selbstwirksamkeit fangen aber kleiner an. Zum Beispiel in der Entscheidung, was ich mir täglich anschaue. Milk und Mocha bringen mich zum Lächeln, und Lächeln wirkt sich direkt auf unseren Hormonhaushalt aus. Jedes Mal, wenn mir die beiden in meinem Feed begegnen, lächle ich – und zack ist da wieder eine kleine Ladung Serotonin, das Glückshormon in meinem Körper. Klingt theoretisch, also kurz dazu, was Serotonin wirklich tut: Es reguliert unsere Stimmung, wirkt beruhigend und dämpft die Wirkung von Stresshormonen wie Cortisol. Nachts bildet unser Körper daraus Melatonin, das für erholsamen Schlaf sorgt. Kurz: Kleine positive Momente wie ein Lächeln über zwei Comic-Bärchen sind winzige, aber echte Beiträge zu deinem Hormonhaushalt – und damit auch zu psychischer Widerstandsfähigkeit. Klar, Milk und Mocha alleine werden es nicht schaffen, dass ich durch anstrengende
Situationen hindurchkomme – aber sie können ein weiterer Mosaikstein sein, damit ich in schwierigen Zeiten wieder auf die Beine komme. Damit sind die Beiden für mich persönlich ein praktischer Baustein von Resilienz – nicht der einzige, aber ein wirksamer. Ich kann meinen Social-Feed aktiv gestalten. Was ich anklicke, worauf ich verweile, was ich abonniere, trainiert meinen Algorithmus. Und der Algorithmus bestimmt wiederum, was ich sehe. Ein Kreislauf, den ich mitgestalten kann, statt ihn nur betäubt zu erleiden. Genau das steckt für mich hinter Resilienz, einem der zehn Keys von Action for Happiness: nicht auf den großen Umbruch warten, sondern im Alltag bewusste, kleine Handlungen setzen.
Was bringt dich zum Lächeln, und wo findest du es in deinem Social Feed? Welche zwei Bärchen – oder was auch immer dich zum Lächeln bringt – haben in deinem Feed einen festen Platz?
Martin Donath